Frühjahr

27-03-2012 19:26

 

 

Übersetzungs von Voorjaar) (10.03.2011)

Frühjahr / Frühling

Es ist schon Frühjahr und so langsam wird es auch Zeit dass der Frühling kommt!
Endlich keine grauen Nebeldecken mehr beim Aufstehen. Keine von Nebelschwaden klatschnassen Klamotten mehr. Zum ersten Mal seit Wochen, ach was, seit Monaten, gibt es keinen Nachtfrost mehr. Ich bin um sechs Uhr wach, Sjipke spürt das sofort. Sjipke ist mein treuer Begleiter. Sjipke ist jetzt etwa siebeneinhalb Jahre alt, die ersten Anzeichen des Alterns entwickeln sich bei ihm.

Nichts Ernstes, aber man bemerkt es an den kleinen Dingen. Aufstehen wird mühsamer, ein bisschen mehr recken und strecken. Nun, alles total lässig und immer dann, wenn er denkt, dass wir nicht zusehen, natürlich. Auch beginnen die Farbpigmente ein wenig zu verblassen. Es ist ein wenig grau um die Augen und sein Fell glänzt nicht mehr so wie früher.
Er schläft auch etwas mehr, nimmt zwischendurch auch mal seine Pause.
Ach ja, ein walisischer Springer Spaniel hat eben auch nur eine begrenzte Haltbarkeit.
Aber ich nehme an, dass er noch so um die ein bis fünf Jahre bei uns bleiben wird. Also wollen wir seine Gesellschaft so lange einfach nur genießen.

Gestern Morgen zum Beispiel ging ich um sechs Uhr draußen bei Sonnenaufgang spazieren.
Es ist ein unbeschreibliches Gefühl von Reichtum, dort wohnen und leben zu können, wo der eigene Garten in die Natur übergeht. Sjipke, (Ihr wisst schon, der zahnlose Pitbull da vorne) läuft so etwa ein bis 10 Meter vor mir her, wie so ein Pfadfinder, würde ich mal sagen.

Auf einmal steht er still, stocksteif, eine Pfote hoch (nein, nicht die Hinterpfote, nur seine Vorderpfote), wie ein echter Jagdhund blickt er ins Gras – ein bis zwei Meter vor sich.
Plötzlich macht er sehr vorsichtig einen Schritt nach vorn, schaut kurz zurück ob ich auch mitkomme, macht einen Sprung mit allen Pfoten gleichzeitig in der Luft (wie eine Katze, die sich auf die Beute stürzt) und taucht mit seine gestreckten Vorderpfoten in ein hohes Grasbüschel.
Urplötzlich schießen so etwa sechs kleine Kaninchen zu allen Seiten aus dem Gras. Bevor Sjipke sich entscheiden kann, welchem er hinterher rennen soll, hat sich die Sache erledigt. Alle sind ihm davon gestürmt. Sie waren so schlau, dass jeder von ihnen in eine andere Richtung geflohen ist.

Sjipke blickt etwas dumm aus der Wäsche und man sieht ihm an wie er denkt „Ich könnte platzen“, streckt seine Nase hoch in die Luft. Dann kommt er zurück gelaufen, mit einem Blick in seinen Augen, der mir verriet, dass er enttäuscht war aber es definitiv nicht zu schätzen weiß, wenn ich es ihm sagen würde.

Wir schauen einander an und ohne ein Wort bzw. Laut von uns zu geben, setzen wir unseren Weg fort. Als er seinen Platz wieder eingenommen hatte, etwa zehn Meter vor mir, konnte ich mir nur mit Mühe ein Lachen verkneifen. Er lief dann vor mir, fast lässig, sein Hinterteil schüttelnd und seine ganze Körpersprache verriet, dass er die Schnauze voll hatte. Der ganze Prozess wiederholte sich dann etwa sechsmal oder so. Jedes von diesen elenden Kaninchen überlistete ihn und seine Frustration wurde einfach nicht weniger.

An diesem Morgen waren da nicht nur Kaninchen, die unseren Weg kreuzten, auch ein paar Fasane hatten beschlossen, die aufgehende Sonne zu genießen. Noch bevor ich sie sehen konnte, hörte ich sie schon. Ein eigenartiges fremdes gluckerndes, gackerndes Geläut, mit dem sie dann auch gleich ihren Standort verraten.

Bei Fasane geht er etwas schlauer ans Werk. Sobald er so einen goldenen Hahn entdeckt, rennt er los wie ein flüchtender Hase. Normalerweise fliegt er dann in einem ganz großen Bogen durch das Feld und kommt dann, so etwa 40 Meter hinter dem Fasan, an. Dann beginnt das Spiel, hinlegen, aufstehen, etwas nach vorne, wieder hinlegen und wieder aufstehen und … genau, und so weiter und sofort.

Er treibt den Fasan bewusst in meine Richtung. Es ist wunderbar anzusehen, wie er beim Treiben stets den Blickkontakt zu mir sucht, um zu sehen, ob er noch in die richtige Richtung läuft.
Tja, der Begriff „stumme Tiere“ ergibt für mich keinen Sinn mehr. Normalerweise wird der Fasan eine Gelegenheit finden, um sich „just in time“ in die Lüfte zu erheben und zu fliehen. Sjipke kommt dann mit weit aus dem Maul hängender Zunge auf mich zu gelaufen.

Zur Belohnung bekommt er ein paar Leckerlis. Auf dem Rückweg laufen wir beim Bäcker vorbei, um frische Brötchen zu kaufen und dann geht’s direkt nach Hause. Zum Ausgleich trägt Sjipke dann die Tüte mit den Brötchen. Stolz wie ein Pfau legt er seine “Beute” vor die Füße meiner Frau, die ihn begeistert und überschwänglich für die mitgebrachte Beute lobt.

Ich hoffe immer zu, dass sie versteht, dass nicht er die Brötchen gefangen hat, sondern dass ich sie ganz normal bezahlt habe! Das Leben ist schön!

Keine Politik, keine Widersprüche, keine schlechten Erfahrungen und keine …

Einfach nur so Frühling!