Der große Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern !

15-08-2013 23:29

Das Männer und Frauen sehr unterschiedlich sind, ist kein so großes Geheimnis.

Eines Tages fragte mich ein guter Freund von mir um Rat. Er war nun schon ein paar Jahre pensioniert und nun stand auch seine Frau an dem Punkt, die Arbeit niederzulegen. Dieser Umstand gab meinem Freund so ein Gefühl von Unfreiheit. Er war es gewohnt, dass er selbst bestimmen konnte, wie sein Tag aussieht (zumindest an 4 Tagen in der Woche wusste sie ihm das Gefühl zu geben!!) und nun, …, nun sollte er auch noch die letzten paar Tage „Freiheit“ verlieren.

Er frage mich, wie ich damit umgegangen bin und wie ich das gelöst habe. Natürlich nicht gerade die einfachste Frage. Nach einigem Nachdenken beschloss ich ihm die Geschichte zu erzählen, wie das bei uns zu Hause geregelt wird. Ich ging davon aus, dass dies vielleicht für ihn eine Hilfe sein könnte, für die schweren Zeiten, die jetzt für ihn anbrechen.

Weiter unten die Geschichte. Urteilt selbst, möglich dass ihr auch einige Anhaltspunkte findet:

Nun, es war am ersten Weihnachtstag, nach einem herrlichen und vor allem ruhigen Frühstück, schlug meine Frau vor einen Spaziergang zu unternehmen. Ach, ich bin nun einmal ein nachgiebiger Typ, ich war damit sofort einverstanden (wenn ich meiner Frau damit eine Freude  machen kann…).

 

Also sage ich „ich ziehe mich um und dann gehen wir“!

Nun, so einfach ist das natürlich nicht. Erst kommt eine ganze Reihe von Dingen, die noch getan werden müssen (unklar bleibt dann, wer es muss, aber es muss!!!)

Dann frag ich „Schatz, es ist der erste Weihnachtstag, sag mir, was ich tun kann und ich mache es für Dich??“

„Neiiin, Du brauchst nichts zu tun, ich wüsste nicht, was Du tun könntest“.

Ruhig und gelassen sage ich dann, dass ich mich noch schnell duschen gehe. „Ja, das ist gut, dann kannst Du Dich auch gleich umziehen“ (scheint mir eine ausgezeichnete Lösung zu sein, weil Spazierengehen im Schlafanzug geht selbst mir etwas zu weit).

Gut, ich gehe nach oben, auf dem halben Weg auf der Treppe, schrillt ein durchdringender Schrei aus der Küche. Ich drehe sofort um und renne nach unten. Da sehe ich meine Frau in einem heftigen Gefecht mit dem Mülleimer (der Plastiksack ist in diesem Moment auf der Gewinnerseite!). Auf die Frage, was sie um Himmelswillen da macht, bekomme ich in einem ziemlich pissigem Ton zu hören „dass das doch wohl für sich spricht!“, dann fährt sie fort, „Du siehst doch selber auch, dass der Sack voll ist und raus muss, ich muss Dir doch nicht alles sagen??“

 

Nun kuck mal, in  solchen Momenten weiß ich es manchmal auch nicht mehr, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich gerade eben gefragt habe, ob ich irgendetwas tun könnte und die Antwort war eindeutig nein. In so einem Moment überlege ich, ob ich ihr das sagen soll (ich glaube, es ist besser, das nicht zu tun, man sollte in solchen Momenten so ein Risiko nicht eingehen). Nach ein paar Sekunden des Nachdenkens beschließe ich, es ihr doch zu sagen, natürlich im liebsten und freundlichsten Ton, den ich drauf habe, aber … doch!!

Zu spät, die Stille wird von meiner Frau durchbrochen um mich darauf hinzuweisen, dass sie doch nicht immer alles nachfragen muss, dass ich doch sehe und verstehe, dass der Sack raus muss und dass ich da ja auch selber hätte dran denken können.

Tja, da hat sie natürlich gepunktet.

Ich versuche, inzwischen etwas weniger ruhig (das schon!), ihr klar zu machen, dass ich den Müllsack raus bringen wollte, wenn wir losgehen zum Spazieren und dass da keine Rede von Unwillen sein kann, so wie sie sagt, sondern höchstens die Rede von unterschiedlichen Ansichten sein kann, wann der Sack raus muss.

Um dann noch, natürlich sehr vorsichtig, hinzuzufügen, dass ich meinen Zeitpunkt logischer finde als ihren.

 

Schau, „und das ist völlig falsch“. Nie wirst du Recht bekommen, es wird dich nicht retten und du wirst immer dafür bezahlen.

Es geht nicht darum, dass du den Sack rausholst, aber darum, dass du es in deinem Hinterkopf behältst das nicht in dem Moment zu tun, den sie (an dieser Stelle kann man jeden Namen einfügen, solange er von weiblichem Geschlecht ist) ausgewählt hat.

Dann versuche ich, in dem nachgiebigsten Ton den man sich vorstellen kann, die Betonung auf die Tatsache zu legen, dass es noch keine zwei Sekunden her ist dass ich gefragt habe ob ich was tun könne. Wie mir scheint, eine gute Anregung für sie um in einem solchen Moment zu sagen, dass der Sack raus muss!!

FEHLER (das läuft jetzt in die völlig falsche Richtung!!!) „Ich will Dich doch nicht immer fragen, das siehst Du doch auch selber und Du weißt doch, wie ich bin“ (diese Bemerkung hat bei mir immer die gleiche Wirkung wie ein rotes Tuch auf einen Stier!)

Dann geht mein Temperament mit mir durch und sage: „Ich bin zufällig nicht RAST ROSTELLI  [Anmerkung: ein NL Hypnotiseur] und weder hellhörig noch Hellseher. Wenn Du etwas von mir willst, musst Du es einfach sagen, Du weißt schon, sprechen, so wie erwachsene Menschen eben miteinander kommunizieren.

 

Der folgende Schritt ist dann meistens, dass gesagt wird „lass mal, Du willst wie immer nicht  verstehen“. „Nein, nun wirt es aber lustig“, rufe ich dann und bin an dem Punkt angekommen, um aus der Haut zu fahren. „Nach 35 Jahren, in denen Du immer die Spielregeln genau in dem Augenblick anpasst, wo ich dachte, dass ich sie verstehe, willst Du mir erzählen, dass ich sie nicht verstehen will.“ (Denken mal eben dran, dass wir nun schon lange über das Stadium hinaus sind, in dem es um das Rausbringen des Müllsacks geht).

„Ich versteh einfach Deine Logik nicht, sagt einfach was Du willst dass ich tue und ich tue es mit größter Freude!! (Das geschieht wieder in einem ruhigen Ton, einen Ton, der erkennen lässt, dass es eigentlich alles meine Schuld ist, dass ich nicht verstehe dass sie nun mal glaubt dass sie nichts sagen muss??? Glaube ich!!! Denke ich??)

Um dann noch hinzuzufügen „ich bringe mal eben den Müllsack nach draußen, wenn ich Dir damit einen gefallen tue, dann ist es doch gut!!“

In dem Moment fällt sie mir um den Hals und sagt: „Heh, was kannst Du aber auch für ein Lieber sein und ich meckere immer nur rum (in so einem Moment ist es keine gute Idee, zu sagen, was man denkt, zum Beispiel so etwas wie, „Oh Schatz, Du hast ja so Recht mit Deiner Nörgelei!!“ TOTAL falsch!! So etwas niemals tun, weil, dann beginnt das Spektakel von vorne.) Nein, kassiere das Kompliment und zähle mindestens bis zehn.

 

Feinfühlig fügt sie dann folgendes hinzu: „Du hast ja auch Recht, weißt Du was, Du bringst ihn einfach raus wenn wir gleich losgehen, ok!!!“

„Geh mal eben schön duschen und Dich anziehen und dann gehen wir fein spazieren.“

Mit sanftem Druck werde ich nun aus der Küche geschoben und befinde mich wieder halbwegs auf der Treppe.

Ein bisschen verdutzt, eigentlich nicht so richtig verstehend was da gerade passiert ist, bin ich auf dem Weg zur Dusche.

Nachdem ich mich rasiert habe, gehe ich unter die Dusche.

Da habe ich Zeit, um, unter dem strömenden Wasser, eben meine Gedanken über das eben Geschehene zu ordnen. Ich denke, dass es sich hauptsächlich um Frauenlogik dreht, den besten Freund, und wie gern man auch möchte, wir (ich meine damit alle Männer) haben den Zugriff auf viele Qualitäten aber absolut keinen auf ….., genau, auf Frauenlogik!!!

 

Schön, sie wissen nun so ungefähr was sie erwartet, wenn ihre Frau das Rentenalter erreicht. Ich kann ihnen versichern, dass da Anpassungen für sie notwendig werden (aber nicht mehr als die Anpassungen, an die sich die Frau gewöhnen muss.) Das da Irritationen entstehen (nicht bei ihrer Frau, die hat diese bereits lange vorher kommen sehen und sich darauf vorbereitet!) Irritationen, die in Diskussionen münden (oh, wie schade dass es ihnen nicht gefällt) und so weiter und so fort.

Schließlich bester Freund, werdet ihr beide euren Weg finden.

Letztlich liebst Du Deine Frau genauso wie ich meine. (Ach, wir wollen wohl schließlich alle Ruhe und Bequemlichkeit und es ist schön, dass wir uns dafür entschieden haben.) Du hast Deine eigenen Dinge (und wenn sie das obenstehende gut gelesen haben, dann muss man sich nicht verändern, vielleicht nur den Moment, wann man seine eigenen Dinge tut!) und Ina hat ihre eigenen Dinge. Da verändert sich nichts. Ihr bekommt nur etwas mehr Zeit, euch gegenseitig zu genießen und Dinge an dem Anderen zu entdecken, die ihr nicht für möglich gehalten habt.

 

Natürlich haben auch wir einige Zeit gebraucht, um uns an die neue Situation zu gewöhnen. Ihr habt den Vorteil, dass ihr das bewusst mitmachen könnt und es bewusst zusammen genießen könnt.  Ich hoffe für euch, dass ihr Beiden es genauso schön hinbekommt wie ich es mit meiner Frau geschafft habe (ich nehme mal stark an, dass sie mit dem hier einverstanden ist).

Ein letzter Tipp: Genießt jeden Moment den ihr habt und nicht warten,  macht es!!

 

Ops, ich höre eine Menge Trubel und man ruft mich, ich denke meine Frau meint dass ich den Mülleimer nach draußen bringen soll!

 

Ps:

 

Ihr versteht, dass das obenstehende nicht wirklich passiert ist, hmm, zumindest …….. nicht heute!!!